Um zu Ihrer vollen Größe heranzuwachsen brauchen Bäume viele Jahre, und auch falsche Schnittmaßnahmen zeigen ihre kompletten Auswirkungen erst Jahre später. Die arttypische Gestalt (Habitus), kann irreversibel zerstört und die Lebenserwartung drastisch vermindert werden, langfristig resultieren daraus aufwendige baumpflegerische Maßnahmen um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten oder wiederherzustellen.
Daher sind Baumpflegemaßnahmen Arbeiten für den qualifizierten Fachbetrieb, denn nur wer über Kenntnisse der Baumbiologie (z.B.: Wachstum, Standortansprüche, Wundreaktion, etc.) verfügt, kann Arbeiten fachgerecht ausführen und deren Folgen abschätzen. An einem natürlichen Standort bedarf es keinerlei Pflege, Bäume existieren seit über 300 Mio. Jahren und sind hoch entwickelte Lebewesen. Erst im Zusammenleben mit dem Menschen kann es zu Komplikationen kommen. Schlechte Standortbedingungen, eingeschränkte Raumverhältnisse, Baumaßnahmen, Erhaltung der Verkehrssicherheit und vieles mehr, bis hin zur Fällung auf engstem Raum, machen im urbanen Bereich die unterschiedlichsten baumpflegerischen Maßnahmen erforderlich. Unser Ziel ist es verkehrssichere, vitale und ästhetische Bäume zu pflegen und zu erhalten.
Bäume gehören zu den ältesten Sinnbildern der Menschheit, sei es in religiösen Vorstellungen, Mythen oder im sozialen Leben der Völker (Kultstätten, Gerichtsbäume, Tanzbäume,…). Sie sind ein wichtiger, schöner und respektvoll zu behandelnder Teil unserer Umwelt. So erfüllen sie vielfältige Aufgaben, wie zum Beispiel eine ca. 100 Jahre alte, 20m hohe und 12m breite Buche. Sie verzehnfacht ihre ~ 115 m² Standfläche durch etwa 600.000 Blätter auf eine Blattfläche von 1150 m². Durch die Lufträume des Schwammgewebes der Blätter entsteht eine Zellfläche für den Gasaustausch von ungefähr 15.000 m² (zwei Fußballfelder). 9.400 Liter = 18 kg Kohlendioxyd verarbeitet dieser Baum an einem sonnigen Tag. Das ist der durchschnittliche Kohlendioxydabfall von 2-3 Einfamilienhäusern.
Bei einen Kohlendioxydgehalt von 0.03 % in der Luft, strömen etwa 36.000 m³ Luft, samt der darin enthaltenen Bakterien, Pilzsporen, Staub und anderen Schadstoffen durch die Blätter und bleiben dort größtenteils hängen. Gleichzeitig wird die Luft angefeuchtet, denn ca.400 Liter Wasser verbraucht und verdunstet der Baum an diesem Tag. Dabei entstehen 13 kg Sauerstoff, die als Abfallprodukt bei der Photosynthese gebildet werden, und den Bedarf von etwa 10 Menschen decken. Für sich produziert der Baum an diesem Tag 12kg Zucker, aus dem er alle seine organischen Stoffe aufbaut, einen Teil als Stärke speichert und aus einem anderen sein neues Holz bildet.
Wird der Baum nun gefällt, weil er zu viel Dreck macht, Schatten wirft, oder dort ein Geräteschuppen aufgestellt werden soll, so müsste man ungefähr 2.000 junge Bäume mit einem Kronen- volumen von 1 m³ pflanzen, um ihn vollwertig zu ersetzen. Des Weiteren haben Bäume, besonders Groß- und Altbäume, eine wichtige ökologische Bedeutung, als Nische für Vögel, Fledermäuse, Käfer und andere Tierarten. Sie sind Bienen- und Hummelnährgehölze und Lebensgrundlage für viele Pilze, Moose und Flechten. Besonders im urbanen Bereich bilden sie an Straßen und in den Gärten zwischen den Häusern die letzten vorhandenen Rückzugsmöglichkeiten und Lebensräume.